Die Stiftung

Dass Privateigentum verpflichtet, sollte nach Meinung der beiden Stifter Achim Schneider und Gabriele Forberg nicht nur als Leerformel im Grundgesetz stehen. In zunehmendem Maße ist heute der Bürger gefordert, sich der mäzenatischen Tradition früherer Generationen zu entsinnen und sich verstärkt zum Wohle der Allgemeinheit einzumischen.

Andererseits findet der Künstler in einem Stifter als Mäzen einen Anwalt und Partner aus Fleisch und Blut, dem er sich nicht anzudienen braucht, der seine Arbeit würdigt, ohne inhaltliche Vorgaben zu machen.

Stiften ist keine Bluttransfusion, Stiften ist ein Generationenvertrag:

„... not only between those who are living, but between those who are living, those who are dead and those who are to be born …”. Er verwandelt erarbeitetes oder vererbtes Vermögen in ein Stück gegenwärtig selbst zu verwaltender Freiheit und die Freiheit in ein doppeltes Glück: das des Empfängers und das des Stifters.

Gegründet im September 1997 in Frankfurt am Main, wählten die Stifter zwei Schwerpunkte, denen ihre besondere Liebe und Anerkennung gilt: zeitgenössische Musik und Landschaftsgestaltung.

Nach dem Tod des Stiftungsgründers Achim Schneider im Jahr 2000 und der Übersiedlung der Stiftung nach Bayern 2007 erfolgte eine Änderung der Satzung: nunmehr fördert die Münchener Stiftung ausschließlich zeitgenössische Musik und Musikwissenschaft, auch in ihren Beziehungen zu anderen Bereichen der Kunst.

„Kunst entsteht aus dem Antrieb, Unerhörtes, Ungesehenes, Ungedachtes wachsen zu lassen, das Un-Ordentliche als das Außer-Ordentliche zu sehen und vor die steinernen Mauern der Konvention zu platzieren.“

„Wohl nie zuvor hat das Gegenwärtige so wenig Achtung und Akzeptanz erfahren wie in unseren Tagen, wo alles Denken deutlich vom Bedürfnis nach Sicherheit bestimmt zu sein scheint und dadurch eigentlich unvereinbar ist mit Phantasie, die in statu nascendi ja ganz und gar unordentlich ist“.

Carla Henius’ kluge Bresche für die zeitgenössische Musik (1974) gründet auch auf Erfahrungen aus der Ökologie: „Nur durch ständig fließende Zufuhr von Neuem lässt sich das bedrohte Element vor dem Umkippen bewahren.“