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Der Belmont-Preis
Mit dem Belmont-Preis werden Aufbruch, Wagnis, Mut gewürdigt, nicht aber Bewährtes fortgeschrieben. Aufbrüche gehen von den Künsten aus; der Bürger als Mäzen kann sie nur ein Stück vorwärts tragen helfen.

© Rui Camilo | EvS Musikstiftung
Belmont-Preis 2024 für zeitgenössische Musik
Preisträgerin
Mirela Ivičević
Komponistin aus Wien
25.2.2025. Die Forberg-Schneider-Stiftung verleiht den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik an die Komponistin Mirela Ivičević. Der Preis ist erstmals mit 25.000 € dotiert (bisher 20.000 €). Die Preisverleihung findet am 22. Mai 2025 um 18.30 Uhr im Gartensaal des Prinzregententheaters in München statt.
»Mirela Ivičević schreibt Musik voller Wucht und Witz«, begründet das Kuratorium seine Entscheidung und ergänzt: »Mit impulsiver und doch spielerischer Geste arrangiert Mirela Ivicević elaborierte instrumentale und elektronische Klänge, in deren Farbspektrum sich exakt ausgehörte Alltagslaute mischen. ,Sonic Fictions' nennt die in Wien lebende Komponistin aus Split ihre welthaltigen Erzählungen fürs Ohr. Die rauen Kontraste ihrer Klangsprache verweisen auf ein durchaus konfrontatives Miteinander weit auseinanderliegender Zeit- und Bedeutungsschichten. Ivičevićs Sensorium für die kreative Schubkraft solcher Spannungen zeigt an, welch engagierte, entschieden politisch denkende Künstlerin hier am Werke ist.«
Mirela Ivičević sagt zu der Auszeichnung: »Der Preis kam völlig unerwartet, ich bin immer noch voller Staunen, in einer solch herausragenden Liste von Preis-Empfängern genannt zu werden. Es ist wirklich eine
Ehre!«
Das Œuvre der 1980 in Split, Kroatien, geborenen und heute in Wien lebenden Komponistin umfasst Kammermusik und Orchesterwerke, elektroakustische und intermediale Arbeiten, Theater- und Filmmusik. Ihre Kompositionen werden bei internationalen Festivals aufgeführt und von renommierten Ensembles wie dem Klangforum Wien und dem Münchener Kammerorchester interpretiert. Eine enge Zusammenarbeit pflegt sie mit dem Black Page Orchestra, einem experimentierfreudigen Kollektiv, das sie 2014 mitgründete. Ihre profunde handwerkliche Ausbildung erhält Mirela Ivičević in ihrer Kindheit und Jugend am Klavier, später studiert sie Komposition und Musiktheorie bei Željko Brkanović, Medienkomposition und Angewandte Musik bei Klaus-Peter Sattler, Komposition bei Beat Furrer. Sie wirkt auch selbst als Performerin und Kuratorin.
Chronik der Preisträger

für zeitgenössische Musik
Sopranistin aus Berlin

für zeitgenössische Musik
Pianist und Komponist
Osnabrück und New York
Florian Weber ist einer der wesentlichen musikalischen Neuerer der zeitgenössischen Musik.
Sein musikalisches Bezugssystem scheint unerschöpflich: von Maurice Ravel, Arnold Schönberg und Karlheinz Stockhausen bis zu Lee Konitz, John Taylor und Paul Bley oder zur sogenannten Weltmusik.
So unbegrenzt die Möglichkeiten, so ökonomisch und konzentriert ist sein Klavierspiel. An Stelle der postmodernen Geste tritt die Arbeit an der musikalischen Substanz. Es ist ein Spiel, das das Risiko weder scheut noch ausstellt und ganz selbstverständlich den Eindruck einer unerhörten musikalischen Freiheit vermittelt. Aus einem einfachen musikalischen Gedanken, einem kleinen rhythmischen oder harmonischen »Baustein« können bei Florian Weber unvermittelt musikalische Epiphanien entstehen, in denen das Material – mit neuer Intensität aufgeladen – sein utopisches Potential offenbart.

für zeitgenössische Musik
Kurator und Begründer von LCMS
Louth Contemporary Music Society
Dundalk, Irland

für zeitgenössische Musik
Die Musik der serbischen Komponistin Milica Djordjević ist auf bisweilen furchterregende Art zeitgenössisch.

für zeitgenössische Musik
Regisseurin aus Berlin
Mit fast unsichtbaren Regieeingriffen und zeichenhaftem Gestus verwandelt sie Bühnenräume in emotionale Szenarien, erweitert den musikalischen Erlebnisraum um den Innenraum des Betrachters, in Echokammern seiner ureigenen Erinnerung.

für zeitgenössische Musik
Autor und Musikkritiker aus New York

für zeitgenössische Musik
Pianist und Dirigent aus Wien

für zeitgenössische Musik
Komponist aus Paris

für zeitgenössische Musik
Streichquartett aus Paris
Gabriel Le Magadure
Mathieu Herzog
Raphaël Merlin

für zeitgenössische Musik

für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung
Ausgezeichnet wird er insbesondere für zwei Projekte: den landschaftsplanerischen Entwurf für den Umbau des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück in Brandenburg in eine Mahn- und Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit Susanne Burger, Philipp und Stefanie Oswalt. »Notwendig war ein Balanceakt zwischen Gestaltung und Authentizität. Dass dieser Balanceakt in einem Wettbewerbsverfahren gelang, ist keineswegs selbstverständlich.«

für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung

Kölner Brett // Peter Schneider

für zeitgenössische Musik
»Wenn man, wie ich, eine Leidenschaft wie die Musik leben kann, dann ist das schon Glück. Wenn man darüber hinaus mit dieser Leidenschaft noch einen solchen Preis erringen kann, dann ist das mehr als Clück.«
Das Kuratorium bewundert seinen Mut, auf das Ungefallige und Schwierige zu setzen und sein Talent, der verschwiegenen Ambition einer Komposition das Geheimnis zu entlocken, sie neu zu erfinden. Die Interpretation, dieses »zweite Leben«, lässt das Musikstück zu einem Kunstwerk werden und entzieht es der Logik des reinen Konsums.
»Ein junger Mann betrat die Bühne: sein etwas enger Anzug, sein blasses, von einem natürlichen Lächeln erhelltes Gesicht, seine großen Hände, die bald tief in die Tasten greifen sollten, entsprachen nicht unbedingt meinem Bild eines Solisten des Ensemble Intercontemporain. Zwei, drei Schritte zum Flügel, und gleich vom ersten Anschlag an setzte sich der Künstler durch. Nichts Wichtigtuerisches oder Posenhaftes, nichts Steifes und schon gar nichts Strenges. ... Sein klar strukturiertes Spiel, sein ausgesprochener Sinn für Polyphonie sind ihrerseits Ausdruck eines tiefen Werkverständnisses und einer großen Disziplin in seiner künstlerischen Arbeit. Sein reicher und großzügiger Klang ist ein weiterer Beweis seines feinen und präzisen Gehörs.«

für zeitgenössische Musik
Jörg Widmann

für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung

Forberg-Schneider-Stiftung
Mottlstraße 12
80804 München
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